Startseite Challenges Gästebuch Impressum Suche

Rezension: "Gut gegen Nordwind" von Daniel Glattauer


Allgemeine Informationen


Originaltitel: "Gut gegen Nordwind" - Band 1
Verlag: Goldmann Verlag
Seitenanzahl: 224
Erscheinungsdatum Erstausgabe:07. Juli 2008
Hier kaufen:als Broschur
als Geschenkausgabe




Inhalt

"Emmi Rothner möchte per E-Mail ihr Abo der Zeitschrift „Like“ kündigen, doch durch einen Tippfehler landen ihre Nachrichten bei Leo Leike. Als Emmi wieder und wieder E-Mails an die falsche Adresse schickt, klärt Leo sie über den Fehler auf. Es beginnt ein außergewöhnlicher Briefwechsel, wie man ihn nur mit einem Unbekannten führen kann. Auf einem schmalen Grat zwischen totaler Fremdheit und unverbindlicher Intimität kommen sich die beiden immer näher – bis sie sich der unausweichlichen Frage stellen müssen: Werden die gesendeten, empfangenen und gespeicherten Liebesgefühle einer Begegnung standhalten? Und was, wenn ja?"

Wirkung

Zugegeben, das Cover gefällt mir überhaupt nicht. Zwar gefällt mir, dass die Klappbroschüre das Loch hat, wo man die Frau durchsieht, doch diese gefällt mir rein optisch gar nicht. Außerdem habe ich mir Emmi ganz anders vorgestellt, was theoretisch noch so kommen könnte, da man noch nicht erfahren hat wie sie aussieht. Allerdings hätte man dann auf dem Cover die Frau weglassen können. Hätte ich diesen Titel nicht schon auf einigen Blogs gelesen, hätte ich dem Buch in der Mängelexemplar-Kiste keine Beachtung geschenkt. Doch so habe ich mir noch einmal den Klappentext durchgelesen, der mich dann doch sofort überzeugen konnte. Da das Buch recht dünn ist, habe ich es mir super als "Zwischendurch-Lektüre" vorgestellt.

Meine Meinung

Das Buch ist in 10 Kapitel unterteilt, die wiederum nur aus den Emails zwischen Emmi und Leo bestehen. Ich hab vor sehr langer Zeit einmal einen E-Mail- bzw. einen Brief-Roman gelesen, doch ich wusste nicht mehr wie spannend es sein kann, wenn man wirklich NUR das erfährt was in den E-Mails geschrieben steht. Beim Lesen selbst hat es mich zwar jedes mal geärgert, wenn ich nicht erfahren konnte, was genau außerhalb den E-Mails passiert ist, doch genau das hat dieses Buch so wahnsinnig spannend gemacht. Trotzdem - oder vielleicht gerade deshalb - ist es mir sehr leicht gefallen der Geschichte zu folgen, da es ja nur zwei Hauptpersonen gibt und man sich nur auf diese konzentrieren muss und kann. Allerdings fand ich Emmi an manchen Textstellen nur noch nervig, da sie versucht hat sich in Leos Leben einzumischen, obwohl sie dazu gar kein Recht hat. Sowas kann ich gar nicht leiden. Am liebsten hätte ich diese Stellen einfach übersprungen und bei Leo weitergelesen, was natürlich nicht möglich war. Da das Buch sehr dünn ist, konnte man es ohne Probleme in einem Rutsch durchlesen, was ich aber ohnehin getan hätte, auch wenn es 500 Seiten gehabt hätte. Und zwar einzig und allein aus dem Grund, weil ich wissen wollte wie diese Geschichte aus geht. Deswegen fand ich den Schluss richtig schlecht, ich wusste zwar, dass es eine Fortsetzung zu diesem Buch gibt, habe dass allerdings beim Lesen total verdrängt und dieser doch recht offene Schluss hat für mich hier einfach nicht gepasst. Mir hätte es definitiv besser gefallen, wenn dies ein Einzelband gewesen wäre und zwar mit dem Ende wie ich es mir vorgestellt habe. So werde ich jetzt den zweiten Band lesen müssen in der Hoffnung, dass dieses Buch so enden wird, wie ich es mir wünsche.

Zitat

"Zweieinhalb Stunden später
RE:
Sind Sie noch beim Nachdenken, wie Sie sich und vor allem wie sie MIR Ihre nächtliche E-Mail erklären? - Müssen Sie nicht, Leo. Ich habe das schön gefunden, was Sie mir da unabsichtlich geschrieben haben, sehr schön sogar. [...] "

Fazit
Eine angenehme Geschichte für zwischendurch, mit viel Gefühl, Spannung aber auch Rätseln die man selbst zu lösen versucht. Die Tatsache, dass man immer nur nach und nach etwas neues von Emmi und Leo erfährt, hat das ganze auf eine ganz bestimmte Weise spannend gemacht. Da bei einem E-Mail-Roman nicht viel Text auf den Seiten ist, lässt sich das ganze sehr schnell durchlesen und somit ist das Buch für alle zu empfehlen, die gerne mal zwischendurch ein kurzes Buch zur Hand nehmen wollen. Da mich einige Textstellen sehr genervt haben und ich von dem Schluss total enttäuscht wurde, erhält das Buch nur 4 von 5 Punkte. Ich kann es auch trotzdem nur ans Herz legen, weil mich die Geschichte gefesselt hat und ich den zweiten Teil bestimmt lesen werde.


4 von 5 Punkten

← Neuere Rezension Ältere Rezension →

Kommentarfrage

Habt ihr schon einmal jemanden nur über das Internet kennengelernt? Und wie hat sich eure Beziehung bis zum heutigen Tag entwickelt?

Kommentare:

  1. HalliHallo.
    Ein tolles Buch und eine tolle Rezension. Ich habe "Gut gegen Nordwind" auch schon vor langer Zeit gelesen und auch als Hörbuch gehört. Wirklich toll. Gerade der Email-Wechsel macht es so spannend.
    Das offene Ende hat mich persönlich auch gestört. Weshalb ich dann natürlich auch den zweiten Teil lesen musste - und ich muss sagen, zum Glück :)
    Hab ich schon mal jemanden nur übers Internet kennengelernt?
    Ja, und steckt mich jetzt nicht in irgendeine Schublade :)
    2013, lernte ich meinen Freund übers Schreiben im Internet kennen - völlig unbeabsichtigt. Und es hat sich vom ersten Moment an vollkommen richtig angefühlt, von beiden Seiten aus. Und nun wohnen wir nach vieler Pendlerei über 820 km durch Deutschland, zusammen. Und es könnte nicht besser sein :)
    Liebe Grüße

    AntwortenLöschen